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Frage: Stimmt es, dass Dapagliflozin (eigentlich ein Medikament, das zur Behandlung des Diabetes Typ II eingeführt wurde) auch die Lebensaussichten und Beschwerden von Patienten bessert, die herzkrank sind, aber gar nicht an Diabetes erkrankt sind?

Antwort: Stimmt, Sie sprechen die Ergebnisse der wichtigen Dapa-HF-Studie an, die beim ESC-Kongress im September 2019 vorgestellt wurde. In der Tat hatte dort auch die Herzschwäche-Patientengruppe profitiert, die nicht an Diabetes litt. Eine gewisse Enschränkung ergibt sich: die in die Studie eingeschlossenen Patienten hatten eine ausgesprochen fortgeschrittene Herzschwäche, es handelte  sich also nicht um leicht kranke Patienten. Welche Rolle die Gliflozine am Ende des Tages in der Therapie spielen werden, ist also noch nicht klar.

Eins aber ist gewiss: Die Entdeckung der positiven Wirkung der Gliflozine auf den Verlauf von Herzkrankheiten gehört zu den erstaunlichsten und erfreulichsten (Zufalls-)Entdeckungen der letzten Jahre.

(26.10.2019)

 

Frage: Stimmt es, dass es günstiger sein soll, Blutdrucksenker abends einzunehmen, statt morgans?

Antwort: Sie sprechen die Ergebnisse einer spanischen Studie an, die im Oktober 2019 veröffentlicht wurde. Dort hatte die Patientengruppe mit der abendlichen Einnahme der Blutdrucksenker eine erheblich geringere Rate an Todesfällen, Herzinfarkten und Schlaganfällen, als die Gruppe mit der morgendlichen Einnahme. Die Fachgesellschaften werden diese Daten genau prüfen und in Kürze Stellungnahmen abgeben.

Wichtig erscheint mir ferner, dass möglichst Medikamente mit langer Wirkdauer genommen werden (also z.B. Lisinopril statt Captopril, Amlodipin statt Nifedipin, Hygroton). des Weiteren ist es wichtig (bitte lachen Sie jetzt nicht), dass die Medikamente überhaupt eingenmmen werden.

(26.10.2019)

 

Frage: Wie ich las, hat sich in der Therapie des Diabetes mellitus II für Herzpatienten etwas geändert. Was?

Antwort: Stimmt. Drei Gruppen von Medikamenten werden in diesem Zusammenhang besonders empfohlen

1. Metformin (der Klassiker)

2. Die Gliflozine (oder SGLT-2 Blocker). Sie führen zur Glucoseausscheidung im Urin und gleichzeitig entziehen sie dem Körper Wasser.  Vertreter: Canagliflozin, Dapagliflozin und Empagliflozin.

3. Die GLP-1 Analoga. Sie führen u.a. zu einer Gewichtsreduktion und Reduktion der Nahrungsaufnahme. Vertreter: Exanitid, Liraglutid, Dilaglutid.

 

Alle genannten Medikamentengruppen haben in Studien gezeigt, dass sie sich günstig auf den Verlauf von Herzerkrankungen auswirken, bzw. die Sterblichkeit und Erkrankungswahrscheinlichkeit an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzschwäche verminderen.

 

Demgegenüber haben Insulin und die DPP 4- Antagonisten (Gliptine, z. B. Sitagliptin, Saxagliptin) weder positive noch negative  Auswirkungen auf Herzerkrankungen, bessern jedoch die Stoffwechselführung und damit die Langzeit-Lebensaussichten der Diabetiker (bezüglich Niere, Auge, Nerven).

 

Die alten Klassiker Sulfonylharnstoffe (z.B. Glimepirid) standen lange im Verdacht, die Wahrscheinlichkeit von Herzinfarkt, Schlaganfall und Herztod zu erhöhen. Das hat sich in neueren Studien nicht bestätigt.

(30.06.2019)